Radltour entlang der geplanten Ortsumfahrung

Fast 20 Frauen und Männer sind der Einladung des Grünen Ortsverbandes Chiemsee-Ost am 02.06.2018 gefolgt um sich vor Ort ein Bild von der geplanten Trasse zu machen.  Vom Treffpunkt Kapelle an der Theresienstraße ging es auf der Eglseer Straße durch die Neubau-Siedlung  bis zum Eglseer Feldweg ("Poststraßerl"). Anhand einer Karte konnten sich die Teilnehmer einen ersten Eindruck vom Verlauf der geplanten Umgehungsstraße verschaffen. Dieser Abschnitt würde zunächst von der Staatsstraße 2095, ab Abzweig  Eglsee, entlang des "Poststraßerl", in Richtung Chieming verlaufen. Danach ginge es in einer langgezogenen Kurve hinauf zur Engstelle am Krebsbachtal zwischen Aufham und Chieming . Als Straßenquerschnittsbreite wären 11 Meter vorgesehen. Zusätzlich, so befanden einige Tourteilnehmer, müsste eine Brücke  für eine Straßenverbindung  Aufham  und Chieming eingeplant werden.

Weiter ging es mit einem kurzen Zwischenstopp nach Aufham. Dort nahm die Gruppe den Fußweg , der am Krebsbachtal entlang zurück nach Chieming  führt. Der idyllische, schmale Pfad, ist gesäumt von alten, stattlichen Bäumen.  Er  kommt direkt an der Stelle vorbei, an der eine Talbrücke gebaut werden müsste. Das Bauwerk sollte mit einer Länge von ungefähr 120 Metern den Krebsbach in Richtung Süden überspannen.  Spätestens an dieser Stelle waren sich die meisten Anwesenden einig, dass die Baumaßnahmen entlang der Trasse die Natur stark in Mitleidenschaft ziehen würde. Vor allem das Krebsbachtal mit seiner ökologischen Vielfalt könnte nicht wieder gutzumachende Schäden erleiden. Nach kurzen Diskussionen über Brückenbautechniken, Baumarten und Wasserschutz  setzte sich der Radlertross in Richtung Pfaffing in Bewegung.

Im Schritttempo ging es den Mühlenweg hinunter, über den Krebsbach und hinauf zum Venusberg. Oben angekommen nahm die Gruppe den Weg zwischen der rechterhand  liegenden Maschinenhalle und den Pferdeställen auf der linken Seite, in Richtung "Vogeltenn". Dort befindet sich ein markanter Hügel auf dessen oberen Bereich eine Esche thront. Die geplante Trasse soll hier, kommend  vom Krebsbach- Brückenbauwerk um den Hügel herum, in Richtung Baumschule "Allegro" geführt werden. An dieser Stelle konnten die Radler die kleinteiligen Felder bewundern die bereits bearbeitet waren. Bei einigen Mitfahrern drängte sich die Frage auf:  Wie soll hier künftig die Bewirtschaftung  funktionieren? Viele Felder würden durchschnitten und mehrere Feldwege würden gekreuzt oder unterbrochen werden! Sollen zusätzliche Brückenbauwerke entstehen oder sind direkte Querungsmöglichkeiten der Umgehungsstraße geplant?

Der Endpunkt der kurzen Tour war nach ca. 1 Stunde beim Eingangsbereich der Baumschule "Allegro" erreicht. Hier, ca. 100 Meter in Richtung Chieming , müsste die Trasse die Oberhochstätter Straße mit einem weiteren Brückenbauwerk überqueren. Danach würde die geplante Umgehungsstraße zwischen zwei Waldstücken hindurch in Richtung  Unterhochstätt in die Staatsstraße 2096 Chieming - Grabenstätt, münden. Dabei müsste allerdings das Chiemseeufer- Landschaftsschutzgebiet durchquert werden. Aus ökologischer Sicht eine zumindest fragwürdige Trassenwahl.

Eine letzte Diskussion über das Für und Wider einer Umfahrung von Chieming  beendete die "Radltour entlang der geplanten Umgehungsstraße". Fazit eines Mitfahrers: "Eine sehr interessante Tour! Das sollten sich alle Chieminger ansehen." Nach Auskunft der Veranstalter soll die Radlfahrt wiederholt werden.

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