Ein Jahr Gemeinschaftsunterkunft Chieming

Auf  mehr  als  12  Monate  Gemeinschaftsunterkunft  für  geflüch­tete  und  asylsuchende  Menschen  blickten  die  gemeindlichen Asyl- und  Migrationsbeauftragten  Ingrid Schäffler,  Franz  Unter­reiner und Sebastian  Heller in einer öffentlichen  Bürgerinforma­tionsveranstaltung im Chieminger Haus des Gastes zurück.
In  der  Unterkunft  leben  seit  der  Eröffnung  im  letzten  Herbst ausschließlich  Familien  aus  verschiedenen  Krisengebieten  im friedlichen  Neben-  und  Miteinander.  Aktuell  sind  im  Landkreis Traunstein  1  637  Asylsuchende  untergebracht,  davon  82  in Chieming.Rückblickend  wurde  insbesondere  der  Tag  der  offenen  Tür am 24.  September 2016 als sehr wichtig  angesehen,  der  nach Ansicht  der  Asyl-  und  Migrationsbeauftragten  auch  dazu  bei­trug,  dass  viele  Ängste  und  Besorgnisse  abgebaut  werden konnten,  nachdem  sich  die  Öffentlichkeit  ein  eigenes  Bild  von der Wohn- und  Lebenssituation in der Gemeinschaftsunterkunft machen  konnte.  Dies  führte  zu  einer überwiegend  positiven Haltung bei der Chieminger Bevölkerung.Als  besonders  wichtig  wird  nach  wie  vor  die  regelmä­ßige  Berichterstattung  erachtet,  damit  die  Menschen  in  der Gemeinde  über die  Situation  der geflüchteten  uns asylsuchen­ den Menschen Kenntnis bekommen.
Als  besonderen  Glücksfall  sehen  die  gemeindlichen  Beauf­tragten  die  Mitarbeit  von  Abdelkader  Bedj-Bedj,  der  neben anderen  Sprachen  insbesondere  Arabisch  spricht  und  auch als  „Kuturdolmetscher“  wertvolle  Dienste  leistet.  Er  nahm  und nimmt  sich  vieler  Probleme  der  Flüchtlinge  an,  ist  „Kummerkasten“  und  „Krisenhelfer“.  Ebenso  hilft  er  bei  der  Arbeits­ und  Wohnungsvermittlung,  führt,  wenn  es  notwendig  ist, Fahrdienste  durch  und  organisiert  Veranstaltungen,  wie  das gemeinsame Fastenbrechen zum Ende des Ramadan 2017. Desweiteren  betonten  Ingrid  Schäffler,  Franz  Unterreiner  und Sebastian  FHeller,  dass wichtige erfolgreiche  Schritte zur ange­strebten  Integration  vor  allem  in  der  Chieminger  Grund-  und Mittelschule und in den  Kindergärten geleistet wurden und wer­ den.
Auch  würdigten  sie  das  Interesse  der  Asylanten  am  Deutsch­ unterricht und vor allem das unermüdliche Bemühen der Ehren­amtlichen,  ihnen nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die Lebensweise und  Kultur in  Deutschland nahe zu bringen. Die  anwesenden  Ehrenamtlichen  bekräftigten  ihre  Einsatzbe­reitschaft  beim  Deutschunterricht,  bei  der  Flausaufgabenhilfe und im Helferladen. Als  gelungene  Bespiele  zur  dörflichen  Integration  nannte Sebastian  FHeller  u.  a.  den  sommerlichen  Einsatz  von  Ingrid Schäffler als „Schwimmlehrerin“,  die an  schönen  Sommer- und Ferientagen  mit  den  Kindern  und  ihren  Eltern  viel  Zeit  am  See verbrachte.
Franz  Schrobenhauser  vom  TSV  Chieming  schaffte  es,  dass junge  Flüchtlinge  aktiv  Fußball spielen  und  die örtlichen  Mann­ schaften verstärken. Auch  die  Vermittlung  von  Arbeitsstellen  läuft  dank  der  Bereit­schaft der örtlichen Betriebe sehr ermutigend. Unverzichtbar für den  funktionierenden  Alltag  in  der  Unterkunft sind  aber  vor  allem  die  hauptamtlichen  Mitarbeiter.  Verwal­tungsleiter Sebastian Aschl,  Flausmeister Robert Baumüller und Asylsozialberaterin  Waltraud  Huber  von  der  Diakonie  Traun­stein sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Sebastian  Aschl  informierte  die  Anwesenden  über  den  grund­sätzlichen  Rückgang  an  Flüchtlingen  und  sagte,  dass  es  mitt­lerweile  im  Landkreis  keine  dezentrale  Erstunterbringung  mehr gebe.  Zudem  führte  er  aus,  dass  Familien,  die  als  Asylanten anerkannt  sind,  sich  auf  Grund  des  chronischen  Wohnungs­mangels schwertun,  aus der Unterkunft auszuziehen.
Sebastian  Heller  ging  im  Weiteren  noch  auf das  Bemühen  ein, eine  zweite  Gruppe  der  offenen  Ganztagesschule  für  Grund­schulkinder einzurichten.  Damit könnte die schulische und sozi­ale  Integration  noch  mehr vorangebracht werden  und  zugleich die Ehrenamtlichen entlastet werden.  Da für eine staatliche För­derung  aber  derzeit  die  notwendige  Mindestzahl  an  Kindern noch  nicht  gegeben  ist,  versucht  man  den  staatlichen  Finanz­anteil durch  Drittmittel und Spenden zu ersetzen. Ingrid  Schäffler  und  Sebastian Aschl  kündigten  auch  für  heuer den  Nikolausbesuch in der Gemeinschaftsunterkunft am  Diens­tag. 5.  Dezember an und haben dafür bereits Spendenzusagen zugesichert bekommen.
In  ihrer  Zusammenfassung  betonten  die  Asyl-  und  Migrations­beauftragten,  dass das letzte Jahr weitaus erfolgreicher verlau­fen  ist,  als  man  es erwarten  durfte.  Zugleich wiesen  sie  darauf hin,  dass  für  das  kommende  Jahr  ähnlich  hoher  Einsatz  der Beteiligten  erforderlich  ist,  damit die Menschen  in  der Gemein­schaftsunterkunft  mehr  und  mehr  auf  eigenen  Beinen  stehen können und zugleich der dörfliche Friede gewahrt bleibt.

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HEINRICH NORDHOFF