Besuch Molkerei Berchtesgadener Land

Schwarze Zahlen trotz gutem Milchpreis

Chieminger Grüne und Landtagsabgeordnete Gisela Sengl besichtigen Molkerei Berchtesgadener Land

Glyphosat in aller Munde? Nicht bei den Produkten der Molkerei Berchtesgadener Land. Denn diese hat im letzten Jahr ihren Zulieferern strikt die Verwendung von Glyphosat untersagt. "Ihr Unternehmen hat hier etwas durchgesetzt, was die Politik zur Zeit nicht schafft", betonte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl beim gemeinsamen Besuch der Milchwerke mit dem Grünen Ortsverband Chieming, in Bezug auf die im letzten Jahr erfolgte Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um weitere fünf Jahre durch CSU-Minister Schmidt. Geschäftsführer Bernhard Pointner sprach ihr explizit seinen Dank für die Unterstützung aus und betonte die Geschlossenheit innerhalb der Molkerei: Das Glyphosatverbot sei einstimmiger Beschluss von Vorstand und Aufsichtsrat gewesen und den Bauern wurde Sonderkündigungsrecht eingeräumt, "aber kein einziger hat es in Anspruch genommen", so Pointner. Er forderte grundlegende Änderungen in der landwirtschaftlichen Berufsausbildung: Die Ausbildung der Bauern müsse sich wegbewegen von immer weiterer Mengensteigerung, hin zu einer ressourcenschonenderen Arbeitsweise.

 

Die Chieminger Grünen interessierte, angesichts der gerade erst beendeten Milchpreiskrise, insbesondere auch die Preisgestaltung bei den Berchtesgadener-Land-Produkten. Pointner betonte, dass der Milchpreis im Verkauf, der sich an der oberen Preisgrenze befindet, über faire Bedingungen für Bauern und Zulieferer (neben Milch auch Zucker, Kakao und Obst) zusammensetze. Dadurch befindet sich der Verkaufspreis der Produkte an der oberen Preisgrenze. Die Nachfrage sei dennoch hoch, weil eine nachvollziehbare, hohe Qualität geboten werde. "Das honoriert der Verbraucher einfach", bestätigte auch Gisela Sengl.

Auch das Energiekonzept des Betriebs stieß bei den Grünen Besuchern auf viel Lob: 60 % der Energieversorgung erfolgt durch eine eigene Gasturbine, die Abwärme der Produktion wird zur Heizung der Verwaltungsbereiche genutzt.

Zum Abschluss lobte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl die heimische Molkerei Berchtesgadener Milchwerke als "Vorzeigebetrieb" und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass möglichst viele verarbeitende Betriebe dem Beispiel der Pidinger Molkerei folgen würden.

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